2. Juli 2026

Arbeitsmarkt im Wandel: Talente entwickeln, Potenziale nutzen, Zukunft sichern

Am 1. Juli 2026 lud die Zuger Wirtschaftskammer zum HR-Webinar «Arbeitsmarkt im Wandel: Talente entwickeln, Potenziale nutzen, Zukunft sichern» ein. Im Zentrum stand eine Frage, die für Unternehmen zunehmend an Bedeutung gewinnt: Wie sichern wir heute die Fachkräfte von morgen?

Die Ausgangslage ist anspruchsvoll. Während viele Unternehmen weiterhin Mühe haben, qualifizierte Fachkräfte zu finden, wird der Einstieg in den Arbeitsmarkt für junge Talente nicht einfacher. Praktikums- und Werkstudierendenstellen spielen dabei eine zentrale Rolle. Sie schaffen erste Praxiserfahrungen, öffnen Türen in die Arbeitswelt und bieten Unternehmen die Möglichkeit, Nachwuchskräfte frühzeitig kennenzulernen, gezielt zu fördern und langfristig zu binden.

Nach der Einführung durch Claudia Pittner, Geschäftsführerin der Zuger Wirtschaftskammer, ordnete Sandra Forster-Bernacchia, Managing Director der Propago AG und Mitglied des Ausschusses Bildung und Personal der Zuger Wirtschaftskammer, das Thema ein. Sie zeigte auf, dass Praktika und Werkstudierendenstellen als Brücke wirken können, für junge Menschen ebenso wie für Unternehmen. Gerade KMU verfügen hier über grosses Potenzial, dürfen sich aber nicht darauf verlassen, dass die Nachwuchsförderung allein durch Grossunternehmen geleistet wird.

Im Anschluss erhielten die Teilnehmenden zwei konkrete Einblicke aus der Unternehmenspraxis. Andrea Rosenstand, Head of HR bei Bitcoin Suisse AG, zeigte auf, wie das Unternehmen Nachwuchstalente über verschiedene Formate gewinnt und entwickelt, darunter Traineeships, Internships, Werkstudierendenstellen sowie Bachelor-, Master- und Doktorarbeiten. Entscheidend sind dabei nicht nur strukturierte Programme, sondern auch eine starke Lernkultur, Vertrauen, regelmässige Feedbackgespräche und die Bereitschaft, Zeit in junge Talente zu investieren.

Hagen Luckhaupt, Tax Partner bei MME Legal Tax Compliance, berichtete aus der Praxis von MME und stellte das dortige Praktikumskonzept vor. Dieses umfasst Kurzpraktika und Werkstudierendenstellen mit klaren Einsatzbereichen, definierter Betreuung und einer bewussten Verbindung von Talententwicklung und langfristiger Personalgewinnung. Besonders deutlich wurde: Praktika und Werkstudierendenstellen sind nicht einfach kurzfristige Unterstützung, sondern können zu einem nachhaltigen Rekrutierungskanal werden.

In den anschliessenden Breakout Sessions diskutierten die Teilnehmenden, welche Voraussetzungen in Unternehmen geschaffen oder vertieft werden müssen, um mehr Praktikums- und Werkstudierendenplätze anzubieten. Dabei standen insbesondere klare Konzepte, interne Kommunikation, Erwartungsmanagement, Betreuungskapazitäten und die Verankerung einer lernorientierten Unternehmenskultur im Vordergrund.

Die Diskussion zeigte deutlich: Talententwicklung ist keine Aufgabe von morgen, sondern beginnt heute. Wer jungen Menschen frühzeitig Verantwortung, Orientierung und Entwicklungsmöglichkeiten bietet, stärkt nicht nur das eigene Unternehmen, sondern leistet auch einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts.

Die Zuger Wirtschaftskammer dankt allen Referenten für ihre wertvollen Beiträge sowie allen Teilnehmenden für das Interesse und den engagierten Austausch.