25 Jahre benevol Zug: Freiwilligenarbeit als Fundament einer starken Gesellschaft
Seit 25 Jahren setzt sich benevol Zug für die Förderung und Anerkennung des freiwilligen Engagements im Kanton Zug ein. Als zentrale Anlaufstelle unterstützt der gemeinnützige Verein Organisationen und Freiwillige durch Beratung, Vermittlung, Weiterbildung und Vernetzung. Im Jubiläumsjahr 2026, das zugleich von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Freiwilligen erklärt wurde, rückt benevol Zug die Bedeutung des freiwilligen Engagements mit verschiedenen Aktivitäten in den Mittelpunkt. Freiwilligenarbeit leistet einen unverzichtbaren Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und schafft einen beachtlichen volkswirtschaftlichen Mehrwert. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an freiwilliges Engagement.
Im Interview spricht Estefania Garcia Jung, Geschäftsleiterin von benevol Zug, über das Jubiläumsjahr, die Bedeutung der Freiwilligenarbeit und darüber, wie sich die Formen des Engagements weiterentwickeln.
2026 ist für benevol Zug ein besonderes Jahr. Welche Aktivitäten stehen im Zentrum des Jubiläums?
In diesem Jahr gibt es gleich drei Gründe zum Feiern: Die Vereinten Nationen haben 2026 zum Internationalen Jahr der Freiwilligen erklärt, benevol Zug feiert sein 25-jähriges Bestehen und der Anerkennungspreis «Prix Zug engagiert» wird bereits zum 15. Mal vergeben.
Das Netzwerk «freiwillig engagiert» hat anlässlich des UNO-Jahres eine nationale Kampagne lanciert. Auf kantonaler Ebene konnten wir dank der grosszügigen Unterstützung unserer Gönnerinnen und Gönner verschiedene Jubiläumsaktivitäten realisieren. Dazu gehören Video-Testimonials von Zuger Freiwilligen sowie begleitete Schnuppereinsätze bei lokalen Einsatzorganisationen. Unser Ziel ist es, freiwilliges Engagement sichtbar und erlebbar zu machen. Die Aktivitäten werden durch eine Social-Media-Kampagne und die lokale Medienberichterstattung begleitet.
Ein weiterer Höhepunkt steht am 5. Dezember, dem Internationalen Tag der Freiwilligen, bevor. An diesem Nachmittag planen wir eine Verteilaktion beim Pflegezentrum Baar. Zudem möchten wir uns mit einem Dankesinserat bei allen Freiwilligen für ihren wertvollen Einsatz bedanken.
Freiwilligenarbeit ist für viele Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens unverzichtbar. Welche Bedeutung hat sie aus Ihrer Sicht?
Überall dort, wo sich Menschen unentgeltlich für andere einsetzen, wird deutlich, welchen Wert Freiwilligenarbeit für unsere Gesellschaft hat. Gerade in einer zunehmend komplexen Welt sind Gemeinschaft, Solidarität und gegenseitige Unterstützung entscheidende Grundlagen für eine widerstandsfähige Gesellschaft. Die Bedeutung zeigt sich auch aus volkswirtschaftlicher Perspektive: Gemäss Zahlen des Bundesamtes für Statistik wird der monetäre Wert der jährlich geleisteten Freiwilligenarbeit in der Schweiz auf rund 34 Milliarden Franken geschätzt. Diese eindrückliche Zahl verdeutlicht, welchen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag freiwilliges Engagement leistet. Gleichzeitig geht sein eigentlicher Wert weit über finanzielle Grössen hinaus. Freiwilligenarbeit schafft Begegnungen, stärkt den Zusammenhalt und fördert das gegenseitige Vertrauen.
Die Freiwilligenarbeit befindet sich im Wandel. Welche Entwicklungen beobachten Sie und wie reagieren Organisationen darauf?
Gesellschaftliche Veränderungen, die Digitalisierung, neue Technologien und veränderte Lebensstile beeinflussen zunehmend, wie, wo und weshalb sich Menschen freiwillig engagieren. Traditionelle Formen der Freiwilligenarbeit stehen dabei unter Druck. Diesen Trend bestätigen unter anderem die GDI-Studie «Die neuen Freiwilligen» und der Freiwilligen-Monitor Schweiz. Gleichzeitig eröffnen sich neue Möglichkeiten. Denn eines bleibt unverändert: Menschen möchten sich einbringen, Gemeinschaft erleben und einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben leisten. Auch die Beweggründe für freiwilliges Engagement sind weitgehend konstant. Besonders häufig genannt werden der Wunsch, anderen Menschen zu helfen, die Freude an einer sinnvollen Tätigkeit und die Verbundenheit mit einer Organisation.
Was sich hingegen verändert, sind die Erwartungen an die Ausgestaltung des Engagements. Gefragt sind zunehmend flexible, zeitlich begrenzte und projektbezogene Einsätze, die sich gut mit Beruf, Familie und Freizeit vereinbaren lassen. Ebenso wichtig ist vielen Freiwilligen die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Wir ermutigen deshalb Einsatzorganisationen, sich auf diese veränderten Bedürfnisse einzustellen und zeitgemässe, niederschwellige Möglichkeiten zur Mitwirkung zu schaffen. Längerfristige Verpflichtungen mit starren Strukturen und wenig Gestaltungsspielraum verlieren hingegen zunehmend an Attraktivität.
Welche Möglichkeiten bietet der Kanton Zug für Menschen, die sich freiwillig engagieren möchten?
Freiwilliges Engagement hat im Kanton Zug einen hohen Stellenwert. Tausende Menschen setzen sich in ihrer Freizeit für andere ein und leisten damit einen wertvollen Beitrag zum gesellschaftlichen Leben. Die Möglichkeiten sind ausgesprochen vielfältig. Sie reichen von der Nachbarschaftshilfe über freiwillige Rikscha-Pilotinnen und -Piloten bis hin zu Mentoringprogrammen für Jugendliche und Erwachsene.
Auf unserer Online-Freiwilligenstellenbörse finden Interessierte rund 100 unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten. Damit möchten wir Menschen ermutigen, eine Aufgabe zu entdecken, die ihren Interessen, Fähigkeiten und zeitlichen Möglichkeiten entspricht. Denn freiwilliges Engagement bereichert nicht nur diejenigen, die Unterstützung erhalten, sondern auch jene, die sich dafür einsetzen.
Weitere Informationen und Einsatzmöglichkeiten: www.benevolzug.ch
Estefania Garcia Jung, Geschäftsleiterin von benevol Zug
